Das perfekte Fotolicht – 4 Tipps

Licht in der Food Fotografie verstehen

Ein gelungenes Food-Foto hängt natürlich von mehreren Faktoren ab: Equipment, Hintergrund, Set-Aufbau oder Kamera. Eine entscheidende Rolle spielt aber auch das Licht. Jetzt denkst du bestimmt, dass du hunderte von Euros für Tageslichtlampen, Softboxen oder Blitz ausgeben musst, aber ich kann dich beruhigen und verrate dir ein kleines Geheimnis: ich shoote (fast) ausschließlich mit Tageslicht. An besonders dunklen Tagen leuchte ich mein Set ab und an mit dimmbare LED’s aus. Zum Reflektieren oder Blocken von Licht verwende ich Reflektoren, Styroporplatten und weißes oder schwarzes Papier. So viel in der Theorie – nun zur Praxis. Weil ich weiß wie schwierig die Thematik zu verstehen ist, habe ich immer praxisbezogene Beispiele genommen mit passendem Foto-Beispiel.

1. Hartes und diffuses Licht in der Food Fotografie

Mit Tageslicht erziele ich die schönsten Ergebnisse in der Food Fotografie. Aber Tageslicht ist nicht gleich Tageslicht. Ich unterscheide zwischen harten Licht und indirekten (diffusen) Licht. Hartes Licht entsteht an klaren Tagen, wenn keine Wolken am Himmel sind und die Sonne direkt auf das zu fotografierende Objekt scheint. Dabei entstehen harte Schatten. Manchmal (wenn der Look gewünscht ist), kann das wirklich schön aussehen. In den meisten Fällen ist aber das weiche (indirekte) Licht die bessere Wahl in der Foodfotografie. Weiches Licht entsteht, wenn Wolken am Himmel die direkte Sonneneinstrahlung abfangen. Damit du deinen Bildlook nicht vom Wetter abhängig machen musst, gibt es einen Trick, wie du dir weiches Licht zauberst. Mit einem Diffusor kannst du ganz einfach direktes und hartes Licht in weiches Licht umwandeln und bist nicht darauf angewiesen, dass der Himmel Wolken an deinem Shooting-Tag bereithält.

Diffusor Beispiel Food Fotografie

2. Licht reflektieren und Licht blocken

In fast all meinen Foodfotografien in meinem Studio arbeite ich mit der Technik Licht zu reflektieren und/oder zu blocken. Weiße Flächen sorgen dafür, das Licht reflektiert wird. Schwarze Flächen schlucken das Licht. Dafür habe ich mir einfach ein Reflektoren-Set gekauft. Du kannst aber auch Styropor-Platten zum Reflektieren und schwarze Pappe zum blocken verwenden. Silberne Folie reflektiert Licht am besten, sieht allerdings meiner Meinung nach in der Foodfotografie nicht so schön aus. Daher verwende ich weiße Flächen in Form von Reflektoren, Styropor-Platten oder ganz einfach weißes Papier. Hier findest du ein paar Set-Up Beispiele wie ich mir die Methode des Lichts reflektieren und blocken zu nutzen mache und wie daraus ein anderer Bild-Look entsteht.

Tipp: weißes DIN A4-Blatt als Mini-Reflektor

Ein weißes Blatt hat meistens jeder zu Hause – habt ihr schon mal versucht das als Reflektor zu zweckentfremden? Die weiße Fläche reflektiert das Licht vom Fenster und hellt minimal Teilbereiche vom Essen auf.

3. Seitenlicht - Kontraste und Tiefen in der Foodfotografie

Diesen Fehler haben wir alle schon einmal gemacht: Das Set sieht gut aus, aber nach dem ersten Shot fällt dir auf, dass eine gewisse Stimmung in dem Bild fehlt und das Bild recht flach wirkt. Das liegt daran, dass dem Bild Kontraste und Tiefe fehlt. Jetzt stellst du dir bestimmt die Frage, wie du Tiefe und Kontraste in dein Bild zaubern kannst. Dieser Effekt entsteht, wenn Licht nur von einer Seite auf dein zu fotografierendes Objekt fällt. Also beispielsweise ein Fenster von der Seite oder von hinten. Manchmal simuliere ich auch den Look mit Hilfe eines Kartons, in den ich an einer Seite ein kleines Fenster einschneide, damit nur durch dieses Fenster Licht auf mein zu fotografierendes Objekt fällt.

Licht von hinten Food Fotografie

4. Drinks fotografieren

Im Punkt drei habe ich dir erklärt, dass Licht von der Seite für einen dreidimensionalen-Effekt sorgt. Bei Drinks in Gläsern (klare Drinks) solltest du dafür sorgen, dass entweder Licht von hinten oder von unten kommt. Das Licht „sammelt“ sich im Glas und lässt deinen Drink viel besser hervorstechen. 

Licht Foodfotografie Drinks

Ich weiß wie schwierig es am Anfang ist, das Licht in der Fotografie zu verstehen und für sich (richtig) zu nutzen. Aber mit diesen einfachen Tricks zauberst du eine wundervolle Stimmung in deine Bilder und lässt dein zu fotografierendes Objekt herausstechen. Fuchs dich in die Thematik rein – es lohnt sich!

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